St. Petri-Kirche in Berlin-Cölln

Hallo, ihr Lieben,

ihr kennt mich als grĂĽnen Kranz mit 4 Kerzen. So sah ich nicht immer aus!

Zum ersten Mal hing ich 1839 im „Rauhen Haus“. Johann Hinrich Wichern hat dieses Erziehungs­heim für sozial vernachlässigte Kinder und Jugendliche in Hamburg gegründet. Damals war ich ein riesiger Holzkranz mit 24 Kerzen, für jeden Sonn­tag eine dicke weiße und für jeden Wochentag eine dünne rote Kerze. Täglich kamen die Kinder zu mir und freuten sich, dass wieder ein neues Licht an­gezündet wurde. Mit jeder Kerze kam der Heiligabend ein Stück näher – Ruhe und Wärme breiteten sich aus. 1860 nahm mich Herr Wichern mit nach Berlin. Auch dort erfreute ich viele Kinder in einem Waisenhaus. Erst nach dem 1. Weltkrieg wurde ich mit Tanne und nur 4 Kerzen geschmückt, so wie ihr mich heute hier seht.

Ich hoffe, dass auch ihr euch an mir erfreut, wie damals die Kinder, die wenig Grund zur Freude hatten, denen der Adventskranz zeigte: Das Licht und die Freude breiten sich aus – und ich bin dabei!

Gesegnete Adventszeit

Gott sendet Licht
Gott will kommen
Er vergisst uns nicht!

Euer Adventskranz

(Von dem Vorbereitungskreis fĂĽr eine Adventsfeier in der Ev. St. Petri-Luisenstadtgemeinde vor der Fusion mit der Ev. Kirchengemeinde Marien verfasst.)