St. Petri-Kirche in Berlin-Cölln

Bilanz

von Pfarrer i.R. Johannes Heidler

Die Entscheidung des Kirchlichen Verwaltungsgerichtes hat unter den Gliedern der Petri-Gemeinde tiefe Enttäuschung und Resignation ausgelöst. Man muss freilich bedenken, das das abschlägige Urteil sich nur auf die formaljuristische Seite des Konflikts bezog, also auf die Frage: Wer darf klagen? Das Problem des fairen oder gar geistlichen Umgangs einer Gemeindeleitung mit den unterschiedlichen Gliedern einer Fusion dagegen wurde überhaupt nicht verhandelt – und bleibt deshalb eine schwere Hypothek.

Im Konflikt zwischen St. Petri und St. Marien saĂź die Marien-Seite von Anfang an am längeren Hebel. Mit Abweisung der Klage ist dieser längere Hebel noch einmal länger geworden. Daher bleibt nun von der Marien-Seite zu erwarten, dass sie den Hebel in Bewegung setzt und sich um eine Verständigung bemĂĽht. Das wäre dringend nötig, wenn nicht der fatale Eindruck zementiert werden soll, dass die Gemeindefusion insgesamt gescheitert ist, bzw. dass sie pervertiert wurde zu einem kolonialen Raubzug gegen die  Petri-Gemeinde mit ihren -finanziellen – Ressourcen.

Zu einer Annäherung wäre ein Schritt zurück erforderlich.

Die Haus- und Gottesdienstverbote mĂĽssten zurĂĽckgenommen werden.

Und ein Gespräch mit den gut 80 protestierenden Gemeindegliedern könnte sinnvoller Weise dort beginnen, wo es am 17. Dezember 2009 verhindert wurde: mit dem Beitrag von Dr. Dietmar Wauer als Einstieg in die damalige Gemeindeversammlung. Eine Sachdebatte um dessen Argumente (anstatt eines bloßen Schlagabtausches wie damals) könnte – vielleicht – weiterführen.

(Dieser Artikel wurde auf Anfrage unserer Nachbargemeinde St. Thomas  geschrieben und ist soeben im "Thomasboten" erschienen. 10. Juli 2010)

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